Lucky Balance Lucky Civil

Wir haben Stroh über und die Geschichte mit den langen Löffeln

Bedeutet nachhaltig auf alles zu verzichten?

 

Wir können uns das Leben leicht oder schwer machen. Vieles was leicht aussieht ist am Ende des Tages schwer und das was schwer aussieht ist am Ende des Tages eine win win Situation und ganz leicht.

Ein kleines Beispiel ist der Stau in der Rush Hour. Es ist schon weit im Vorfeld zu erkennen warum der Stau da ist. Jeder versucht den anderen auszubremsen und macht die Lücke dicht. Gemessen an der Reaktionszeit verliert der Hintermann. Er bremst stärker, länger und wird dadurch langsamer als Vordermann (Spurwechsler und Ausbremser). Doch ist jeder auch Vordermann und Hintermann bis irgendwann der Verkehr stockt und ruht. Was kann man tun? Wenn komplett alle stehen bleiben würden, dann alle ganz langsam anfahren würden, kontinuierlich die Geschwindigkeit erhöhen würden, alle einscheren lassen würden, abbiegen, überholen ohne den eigenen Vorteil zu sehen, dann würden ausnahmslos alle viel schneller fahren. Das fällt mir leicht, habe ich mich schon seit langem entschieden nicht mehr zu rasen und fahre gerne ein langsames Fahrzeug. Ich habe mich eingestellt und nehme die vielleicht längere Zeit aus einem anderen Topf meines Zeit Kontingents.  Aber, ich bin in der Vergangenheit auch schon gut und gerne schnell und rabiat gefahren.

Mylove und ich bauen ein neues Haus (unsere Lucky Lodge). Öko soll es werden oder nachhaltig? Zudem soll es all unsere Wünsche erfüllen. Weil wir Holz lieben bauen wir ein Holzskelett aus alten Balken. Der Rest des Holzes ist neu. Zumindest einen Teil wiederverwertet. Weil Stroh gut dämmt und auch im Sommer gut den Temperaturausgleich bringt haben wir uns für Strohballen entschieden. Wir verputzen mit Lehm und Kalk. Doch ist das Stroh und vieles mehr für den Transport in Plastik eingepackt. Und gegen Regen haben wir den Bau lange auch mit riesigen Kunststoffplanen geschützt. Wo der Dampfdruck hoch ist verzichten wir nicht auf Sperren. Da wir die Schutzfolien so gewählt haben verwenden wir den gut erhaltenen Teil dafür.  Unser Neubau steht zum Teil auf alten Mauern einer Garage. Damit konnten wir eine aufwendige Baugrubensicherung am Hang umgehen.  Beton und Ziegel brauchten nicht entsorgt und neu erstellt werden. Die Wände hatten wir jedoch zu unterfangen um die Lasten abzutragen. Nun ist eine klitzekleine Stelle am Übergang vom alten Wandfundament zur alten Wand, wo Schichtenwasser bei Starkregen durchdrückt. Zum Test haben wir mal davor einen Lehmhaufen gemacht und festgedrückt. Bis auf eine kapillare Wirkung am Putz entlang kommt nichts mehr durch, Tonabdichtung würde also schon funktionieren. Dennoch, wir verwenden Schweißbahnen aus Bitumen außen und innen sicherheitshalber. Hatten wir schon da. Wir verwenden auch Perimeterdämmung im erdberührten Bereich. Damit hatten wir aber auch schon unsere Wärmekammer zur Behandlung des Bestandsholzes gebaut. Der Neubau ist nicht tiny, wenngleich die Räume zum Teil tiny sind, weil wir viele Menschen flexibel unterbringen möchten.

Das jetzige Wohnhaus bekommt zwar eine neue Dachform mit Schalung und die Dämmung wird ergänzt, aber 2005 hatte ich diesen Teil saniert und, komplett anders denkend, mit Styropor WDVS gedämmt. Nun, gebaut ist gebaut, entsorgen und neu herstellen nicht besser.

Holzofen; wir lieben Lagerfeuer, Kaminfeuer also hat der alte Teil einen und der Neue Teil bekommt zwei. Darüber hinaus aber auch Elektro Fußboden- und Decken-/ Wandheizungen. Neben dem Gründach kommen aufs Dach Photovoltaik und kleine Windturbinen...nach und nach. 

Auch wenn wir auf dem Grundstück alles mögliche Essbare anpflanzen, unsere Bäume fast ausnahmslos gerettet haben und auch das Dach begrünen. Zur Selbstversorgung reicht es nicht.

Ökologisch noch schlimmer fahre ich eine Harley, besitze noch eine zweite und dazu haben wir noch einen alten Landrover Defender 2,5 l Turbodiesel. Mylove hat noch 2 Scooter. Wir lieben diese Fahrzeuge, welche alle sehr alt sind und hin und wieder eher Baustelle als Fahrzeug aber wir haben sie mit dem Kauf quasi vor der Vernichtung gerettet. Ich bin zwar überzeugt dass unser Defender nicht soviel Schadstoffe raus hauen kann, als dass er mit jedem Jahr längerer Betriebszeit gegenüber der Neuproduktion eines modernen Elektrofahrzeuges gut dasteht, aber es ist ein Diesel, ein Verbrenner. Genauso sind es die Scooter und Harleys. Ich hoffe zwar zumindest den Landi irgendwann auf Wasserstoff umbauen zu können, doch werden wir Ihn nie aufhören zu fahren, geschweige denn hergeben wollen. Dazu kommt vielleicht mal ein kleines Elektrofahrzeug fürs Tagesgeschäft.

https://www.stern.de/digital/technik/wende-beim-wasserstoff---fraunhofer-institut-baendigt-das-gefaehrliche-gas-in-einer-powerpaste-30363022.html?utm_medium=posting&utm_campaign=stern_fanpage&utm_source=facebook&fbclid=IwAR0PZpICNLaq9Bc7oZl7iGvrr8klf8J84zGn2u0hAophb3HU24vvWUmUVJM

Es kommt noch dicker: Ich liebe fliegen. Auch wenn ich es nur sehr spärlich mache, ich habe in 20 Jahre gerade mal knapp 250 Stunden zusammen bekommen, so halte ich mich trotz allem current und hoffe auf die Zeit wo ich den Blick vom Himmel runter mehr nutzen kann. Mylove und ich reisen nicht nur gerne mit dem Auto, sondern fliegen auch gerne zu Kite- und Tauchzielen an den warmen Meeren der Erde. Wir lieben es die Welt zu entdecken und könnten dies nur schwer ohne zusätzliche Flüge. Auch unsere nächste größere Reise nach Afrika ist von der Planung so aufgebaut, dass wir mit dem Landrover reisen, aber alle 3-4 Monate mit dem Flugzeug zurück kehren, um unseren gewollten Verpflichtungen nachzugehen. 

https://www.dw.com/de/das-flugzeug-mit-wasserstoffantrieb/a-55040747

Dann haben wir natürlich auch noch Internet und Co mit seinen Geräten, den Servern, den Amazonen und Ebays....

Um es nicht zu kompliziert zu machen ich selbst würde eine ganze Reihe von Einschnitten nicht mitmachen wollen. Ich persönlich werde nicht glücklich mit dem Zug oder zu Fuß ins nächste Ökodorf zu reisen um dort einen Weg der Meditation und des bewussten Lebens als alleiniges Ziel zu beschreiten. Nicht jetzt, auch wenn wir uns bereits auf den Weg gemacht haben Achtsamkeit zu erlernen. 

Der hochverehrte Dalai Lama hält sich auch beizeiten Overseas auf. Nicht als Fingerzeig, deshalb habe ich den allseits geschätzten Dalai Lama gewählt, sondern wie komme ich und kommen wir alle aus dieser Misere heraus?

 

 

 

Gegenseitig unterstützen und nach vorne bringen

Wenn wir alle das Gleiche tun, endet es oft im Ungleichgewicht. Holz wird knapp, Sand wird knapp, seltene Erden werden knapp, Platz wird knapp - soviel ist sicher.

Wenn wir alle höher, schneller, weiter, mehr haben wollen - dann haben wir keine Chance.

Wenn wir alle weiter nur auf uns selbst und nicht auf Andere und das Ganze schauen - dann ist es nach 12.

Insofern bin ich sicher, es ist Verzicht. Ein Verzicht um das zu viel und um jeden Preis ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist der Verzicht des Übermaßes. Wie die Kalorien, die einen dick werden lassen, die Zigaretten und der Alkohol die abhängig werden lassen. Der Jetset der die Erdung verlieren lässt. 

Als Beispiel: Wenn mein Nachbar endlich nach Corona wieder in den Urlaub fliegen möchte kann ich entscheiden zu sagen "warum darf der und ich nicht" oder ich helfe Ihm den Urlaub zum Geschenk werden zu lassen und selbst mit Maß und Ziel weniger fliegen. Genauso kann ich darauf vertrauen, ein Anderer wird mir die Möglichkeit eröffnen, vielleicht weil er gar nicht gerne fliegt.

Zurück zum Straßenverkehr: die Räume aufmachen - wenn ein Drängler bei durchgezogener Linie von rechts in meine Spur drängt, so kann ich Ihn dankbar hereinlassen, er wird von selbst auf die Linke wechseln, da er rechts gar nicht bleiben möchte. Genauso kann ich aber auch dem der nicht in den fließenden Verkehr eingreifen möchte, der abwartet und abwartet, die Möglichkeit zum einfädeln signalisieren, mit Maß und Ziel ohne die hinter mir zu beeinträchtigen. Ein anderes Mal profitiere ich davon.

Was ich mit all dem sagen möchte- es gibt nicht nur schwarz und weiß / gut und böse oder wie man es sonst so unterteilt...wir sind der festen Überzeugung, dass Jeder seinen kleinen Teil dazu beitragen kann, um die Welt Stück für Stück zu regenerieren. Der Weg ist das Ziel...denn auf dem Weg kann man eine Menge bewirken-  wer sich NUR auf das Ziel konzentriert kommt vielleicht nie an.

 

 

 

Wir haben Baustroh und Hanf über

Da das Umbinden der Ballen mit unseren Strohnadeln viel besser geklappt hat als gedacht, haben wir von unseren 580 gekauften Ballen ca 100 über. Zudem haben wir bei den Hanf Dämmplatten sehr großzügig gerechnet, um nicht nachbestellen zu müssen.

Wir würden gerne damit etwas Gemeinnütziges unterstützen. Als Wanddämmung könnte man damit ein kleines Gemeinschaftshäuschen (ca 6 x 10) realisieren. Am besten wäre es natürlich wenn eine Gruppe, vielleicht Kinder/ Jugendliche zusammen einen Raum für sich erstellen könnten. Wir würden auch beim Bau tatkräftig mitwirken ohne unseren Stempel aufzudrücken.  Fehlen natürlich noch die anderen Materialien, der Baugrund und der Zweck, aber es ist ein Anfang.

Vielleicht hatte jemand schon eine ähnliche Idee begonnen und das unsere ist eine sinnvolle Ergänzung. Oder jemand hat eine Einrichtung wo es realisierbar wäre.

 

 

 

 

 

  1. Pingback: Ist es wirklich schon so spät?

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